Einleitung: Zeitvergleich mit Zeitung

Dieser Blog, den ich zum 50. Jahrestag der erzählten Zeit in Uwe Johnsons Roman „Jahrestage“ wöchentlich von 2017 bis 2018 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung geschrieben habe, wurde bis 2024 auf faznet gehostet. Jetzt ist „Die Woche mit Frau Cresspahl“ hierher umgezogen. Viel Freude bei der Lektüre, vor allem von Uwe Johnson. Einleitung: Zeitvergleich mit… Einleitung: Zeitvergleich mit Zeitung weiterlesen

Erste Lesung: Eine bleibende Statt

1961 kommt Gesine Cresspahl, die Hauptfigur der „Jahrestage“ von Uwe Johnson, mit ihrer kleinen Tochter nach New York, 20 Tage hat sie Zeit, eine Wohnung zu finden. Zwei Jahre später sagt Marie: „wir bleiben“, und so steht die Mecklenburgerin 1967 am Strand von New Jersey, lässt sich den Grund unter den Füßen wegspülen und denkt… Erste Lesung: Eine bleibende Statt weiterlesen

Zweite Lesung: Tante Zeitung

Zweite Lesung: Tante Zeitung In dieser Woche musste unter anderem Folgendes leider auf die lange Bank geschoben werden: Mary Fenimore Cressp. Cooper, Jerichow, Aufstände in Detroit, Johnsons Stadtbeschreibungen, Johnsons Erzählstil, D. E. Der Grund: die Tante „erwartet Respekt“.  Tantenmodelle und die New York Times (31. August 1967) „Was für eine Person stellt Gesine sich vor,… Zweite Lesung: Tante Zeitung weiterlesen

Dritte Lesung: Die Katze Erinnerung

„Sie haben ein Gedächtnis wie ein Mann, Mrs. Cresspahl“, lobt der Steuerfachmann James Shuldiner seine Kollegin. Die bedankt sich zwar, doch sie ist „nicht stolz“ auf dieses Gedächtnis, das ihr zum gesuchten Jahr 1937 „wieder nichts […] als ein statisch isoliertes Bruchstück“ liefert. Wie funktioniert Erinnerung? „Daß das Gedächtnis das Vergangene doch fassen könnte“ (8.… Dritte Lesung: Die Katze Erinnerung weiterlesen

Vierte Lesung: Familienbande und Wahlverwandtschaften

Vom Werben und Lieben Heinrich Cresspahls, von der schwierigen Tante Zeitung, einer Begegnung mit dem Chauffeur des Vorgesetzten und der gewitzten Tochter Marie erzählt Uwe Johnson in dieser Woche und verleiht so Gesine Cresspahl mehr Kontur.  Vom Werben und Lieben Heinrich Cresspahls (10. und 14. September 1967) 1931 wirbt der Sozialdemokrat Heinrich Cresspahl in Jerichow… Vierte Lesung: Familienbande und Wahlverwandtschaften weiterlesen

Fünfte Lesung: Heirat als Reformation

Warum lieben sich unsere Eltern oder haben das einmal getan? Diese Frage treibt Gesine Cresspahl in dieser Woche um, als die Eltern den Hochzeitstag auf den Reformationstag legen und Lisbeth mit überstürztem Besuch in Richmond den Punkt ohne Wiederkehr markiert. Die Eltern als Liebende verstehen (17., 20. und 23. September) „Es war schon dunkle, dicke… Fünfte Lesung: Heirat als Reformation weiterlesen

Sechste Lesung: Heimat als „Ort des Ankommens“

Heimat wird in den „Jahrestagen“ nicht nur als Ort der Herkunft verstanden, sondern auch als „Ort des Ankommens, den man findet, den man sich erwerben und aneignen kann“ – so der Germanist Norbert Mecklenburg. Was Gesine Cresspahl im New York der 1960er Jahre glückt, daran scheitert ihre Mutter Anfang der 1930er Jahre in Richmond.  Fremd… Sechste Lesung: Heimat als „Ort des Ankommens“ weiterlesen

Siebte Lesung: Ein Prozess in Darmstadt

Erich Rajakovic, dem die Verantwortung für die Deportation von 100.000 niederländischen Juden zur Last gelegt wird, entkommt in Jugoslawien seiner Verhaftung. In Darmstadt beginnt ein Schwurgerichtsprozess gegen elf Angehörige des SS-Sonderkommandos 4a, initiiert von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Der deutsche Umgang mit den Verbrechen der Shoah ist Thema der siebten Lesung. Der Prozess gegen elf Angehörige… Siebte Lesung: Ein Prozess in Darmstadt weiterlesen

Achte Lesung: Falsche Partner*innen, Zigaretten und Nazis

In der Gegenwart New Yorks besuchen Marie und Gesine Cresspahl ihre Freundin Annie und geraten in den Albtraum von deren Ehe. In Jerichow geht es darum, die politisch richtige Zigarettenmarke zu rauchen. Der falsche Partner der Freundin (8. Oktober 1967) Wer kennt das nicht, dieses mindestens eine Paar, das sich unglücklich macht? Die Freundin oder… Achte Lesung: Falsche Partner*innen, Zigaretten und Nazis weiterlesen

Neunte Lesung: Bedrohte Menschenrechte

Anfang März 1933 reist Heinrich Cresspahl seiner Frau Lisbeth nach Jerichow hinterher. Die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ ist schon erlassen, SPD- und KPD-Politiker auf der Flucht, als er gemeinsam mit seinem Freund Erwin Plath in Lübeck verhaftet wird. In Mississippi werden 1967 einige der Mörder drei junger Menschenrechtsaktivisten zu milden… Neunte Lesung: Bedrohte Menschenrechte weiterlesen